Formen des Abschieds
Bestattungsarten
Neun Formen, vom klassischen Erdgrab bis zur Erdumwandlung. Zu jeder sagen wir Ihnen, was sie voraussetzt, was sie bedeutet und wo sie preislich liegt.
Überblick
Welche Form passt zu Ihnen?
Lange war unser Haus vor allem für kirchliche Beisetzungen bekannt. Die begleiten wir weiterhin – dazugekommen ist alles, wonach Familien heute fragen: naturnahe Formen, ökologische Alternativen oder ein Erinnerungsstück, das bleibt.
Sarg im Erdgrab
Erdbestattung
Beim Erdgrab wird der Sarg auf dem Friedhof beigesetzt. Es ist der Weg, den viele Familien in Bramfeld noch aus ihrer eigenen Kindheit kennen – und der Weg, der einen sichtbaren Ort hinterlässt: eine Fläche, die bepflanzt wird, und einen Stein, auf dem der Name steht.
Wer religiös gebunden ist, kommt an dieser Form meist nicht vorbei. Im Islam und im Judentum ist die Einäscherung ausgeschlossen, in der katholischen Tradition bleibt das Erdgrab die bevorzugte Variante. Christian Dommerdich ist Theologe: Wenn Vorgaben einer Gemeinde zu beachten sind, klären wir sie vorab direkt mit ihr.
Die Grabarten im Vergleich
| Grabart | Lage | Verlängerbar | Pflege |
|---|---|---|---|
| Wahlgrab | selbst gewählt | ja | durch Angehörige |
| Reihengrab | zugewiesen | nein | durch Angehörige |
| Rasengrab | zugewiesen | teilweise | durch den Friedhof |
| Pflegefreies Grab | je nach Friedhof | teilweise | Friedhof, einmalige Gebühr |
Der wichtigste Unterschied steht in der ersten Zeile: Nur im Wahlgrab können mehrere Menschen beigesetzt werden. Wer ein Familiengrab möchte, braucht deshalb diese Form.
Fristen und Gebühren
Hamburg setzt die Ruhezeit für Erdgräber im Regelfall auf 25 Jahre, für Kinder gilt eine kürzere Frist. Läuft sie ab, können Sie ein Wahlgrab verlängern, ein Reihengrab nicht.
Preislich ist das Erdgrab die aufwendigste Form, weil drei größere Posten zusammenkommen: Sarg, Grabstelle und Grabmal. Besonders die Friedhofsgebühren fallen unterschiedlich aus – zwischen den Hamburger Friedhöfen liegen bei vergleichbaren Grabarten deutliche Unterschiede. Wir rechnen Ihnen die Gebühren des Friedhofs aus, den Sie im Sinn haben, bevor Sie sich festlegen.
Nach der Einäscherung
Urnenbestattung
Am Anfang steht hier die Einäscherung. Erst danach wird beigesetzt – und weil eine Urne klein und transportabel ist, stehen deutlich mehr Grabformen und Orte offen als beim Sarg. Das erklärt, warum diese Form in Hamburg inzwischen die häufigste ist.
Wichtig für viele Familien: Die Reihenfolge lässt sich umstellen. Sie können am offenen Sarg Abschied nehmen und die Feier schon vor der Einäscherung halten, mit dem Sarg im Raum. Erst danach geht es ins Krematorium. Eingeäschert wird einzeln, und der Vorgang wird dokumentiert.
Wohin die Urne kann
- Urnengrab auf dem Friedhof – als Wahl- oder Reihengrab, mit Stein oder liegender Platte.
- Urnenwand oder Kolumbarium – die Nische wird mit einer gravierten Platte verschlossen. Wetterunabhängig zu besuchen, was im Winter ein echtes Argument ist. In Hamburg unter anderem im Forum des Friedhofs Ohlsdorf und im Mariendom in St. Georg.
- Rasen- oder Gemeinschaftsgrab – unter gemähter Fläche, mit oder ohne Namen, gepflegt vom Friedhof.
- Baumgrab – die Urne kommt an einen Baum, mehr dazu unter Waldbestattung.
- Seeurne – wasserlöslich, für die Seebestattung.
Die Ruhezeit beträgt auch beim Urnengrab in Hamburg in der Regel 25 Jahre. Weil die Grabstelle kleiner ausfällt und häufig kein Grabmal nötig ist, liegt die Summe klar unter der einer Erdbestattung.
Beisetzung auf See
Seebestattung
Beigesetzt wird in einer Seeurne, die sich im Wasser innerhalb weniger Stunden auflöst. Eine Einäscherung ist deshalb Voraussetzung. Das Schiff fährt in ein freigegebenes Seegebiet, die Urne wird an einem Tau abgesenkt, dazu schlägt die Schiffsglocke. Anschließend erhalten Sie eine Seekarte mit Koordinaten, Datum und Uhrzeit – für viele Angehörige tritt sie an die Stelle der Grabnummer.
Weil kein Grab entsteht, fallen weder Grabpflege noch Friedhofsgebühren an. Das macht die Seebestattung nicht nur für Menschen interessant, die zur See gefahren sind, sondern auch für Familien, die weit auseinander wohnen.
Abfahrtsorte
Für die Ostsee starten wir meist in Travemünde oder Niendorf, für die Nordsee in Cuxhaven oder Büsum. Travemünde ist von Bramfeld aus in gut einer Stunde erreichbar. Andere Häfen fragen wir gern für Sie an. Zulässig ist die Beisetzung ausschließlich in ausgewiesenen Seegebieten.
Mit an Bord – oder nicht
Beides ist üblich, und beides ist richtig. Fahren Sie mit, ist an Bord Platz für die Familie; meist gibt es einen Salon und die Möglichkeit für eine eigene Ansprache. Bei der stillen Seebestattung übernimmt der Kapitän die Beisetzung ohne Angehörige, das ist günstiger. Rechnen Sie im Herbst und Winter damit, dass der Termin vom Wetter abhängt und kurzfristig verschoben werden kann.
Baumgrab im Wald
Waldbestattung
Ein Baum tritt an die Stelle des Grabsteins. Beigesetzt wird in einer Urne, die sich vollständig abbaut, danach wird die Stelle mit Waldboden geschlossen. Genauso wichtig wie das, was der Wald bietet, ist das, was er nicht zulässt: keine Grabsteine, keine Beete, keine Grablichter und keine Gegenstände am Baum. Erlaubt ist ein kleines Namensschild, wenn Sie es möchten, und Blumen dürfen zur Beisetzung niedergelegt werden.
Unser Rat: Fahren Sie vorher einmal hin und suchen Sie den Baum selbst aus. Das machen viele Familien, und es hilft.
Wälder in erreichbarer Nähe
- Ruhewald Ohlsdorf – Baumgräber auf dem Friedhof Ohlsdorf. Von Bramfeld aus die kürzeste Strecke und mit dem HVV gut zu erreichen.
- FriedWald Kisdorf – im Kreis Segeberg, direkt nördlich der Stadtgrenze.
- Ewigforst Sachsenwald – alter Buchen- und Eichenbestand östlich der Stadt.
- Ruhehain Bönningstedt – überschaubare Anlage im Westen, gut für kleine Kreise.
- Ruheforst Nenndorf und Jesteburg – in der Nordheide südlich der Elbe.
Familienbaum, Gemeinschaftsbaum, Einzelplatz
Ein Familienbaum wird für Sie reserviert und nimmt je nach Größe acht bis zwölf Urnen auf. Beim Gemeinschaftsbaum teilen mehrere Familien einen Stamm – Sie wählen den Baum, nicht die Nachbarschaft. Der Einzelplatz an einem zugewiesenen Baum ist am günstigsten.
Ein Baum für den Garten
Tree of Life Bestattung
Hier entsteht kein Grab, sondern ein Baum. Ein junger Setzling wird mit der Asche verbunden und in einer Gärtnerei im Ausland so lange gepflegt, bis er kräftig genug ist. Danach kommt er zu Ihnen – in den Garten, auf ein Grundstück oder an einen Ort, den die Familie aussucht.
Der Umweg über das Ausland hat einen rechtlichen Grund: In den Niederlanden, der Schweiz und Tschechien darf die Asche unter notarieller Aufsicht verarbeitet werden, in Deutschland nicht. Der Baum, den Sie zurückerhalten, gilt rechtlich als Pflanze und nicht als Aschebehälter – deshalb darf er bei Ihnen stehen.
Für die Anzucht sollten Sie ein halbes bis ein ganzes Jahr einplanen. Die Baumart bestimmen Sie: Apfel und Kirsche werden häufig gewählt, ebenso Eiche und Birke. Denken Sie beim Standort an Platz, Licht und Wurzelraum – und daran, dass ein Baum weiterwächst, auch wenn ein Garten einmal den Besitzer wechselt.
Erinnerungsdiamant
Diamantbestattung
Asche enthält Kohlenstoff – und aus Kohlenstoff bestehen Diamanten. Ein Speziallabor löst ihn heraus und presst ihn unter hohem Druck und großer Hitze zu einem Stein, der sich chemisch nicht von einem gewachsenen Diamanten unterscheidet. Geschliffen, zertifiziert und gefasst wird daraus ein Ring, ein Anhänger oder ein Paar Ohrstecker.
Es geht nur ein Teil der Asche ins Labor, üblicherweise in die Schweiz. Der übrige Teil wird hier regulär beigesetzt. Beides organisieren wir, einschließlich der Abstimmung mit den Behörden.
Bis der Stein fertig ist, dauert es je nach Größe etwa ein halbes bis ein ganzes Jahr. Der Preis richtet sich vor allem nach Karat, Schliff und Farbe – es ist die teuerste Form auf dieser Seite. Wir holen ein verbindliches Angebot ein, bevor Sie sich entscheiden. Wenn Sie etwas zum Anfassen möchten, aber einen kleineren Rahmen suchen, sehen Sie sich die Erinnerungsprodukte an.
Erdumwandlung im Kokon
Reerdigung
Der verstorbene Mensch wird in einen geschlossenen Kokon gelegt, gebettet auf Heu, Stroh, Grünschnitt und Blüten. Bei kontrollierter Temperatur und Belüftung setzen Mikroorganismen einen Umwandlungsprozess in Gang. Nach etwa 40 Tagen ist fruchtbare Erde entstanden, die dann wie ein Sarg in einem Grab beigesetzt wird.
Zwei Gründe hören wir dafür am häufigsten. Der erste ist ökologisch: Es wird kein Brennstoff für eine Einäscherung verbraucht. Der zweite ist ein Bild – für manche Menschen ist der Gedanke, zu Erde zu werden, tröstlicher als eine Verbrennung. Abschiednahme und Feier finden wie gewohnt vorher statt.
Zur Rechtslage: Schleswig-Holstein hat die Reerdigung nach einem vierjährigen Modellprojekt am 18. Juni 2026 als Bestattungsart zugelassen, weitere Bundesländer prüfen sie noch. Weil sich das derzeit bewegt, klären wir den aktuellen Stand für Ihren Fall direkt ab – statt hier eine Antwort zu geben, die morgen überholt sein kann.
Aschestreuwiese
Asche verstreuen
In Deutschland gilt der Friedhofszwang: Asche darf nicht frei verstreut werden, weder in der Natur noch im eigenen Garten. Zulässig ist es nur auf Flächen, die ausdrücklich dafür ausgewiesen sind. Das ist strenger geregelt als in den Nachbarländern, schließt aber weniger aus, als viele denken.
Aschestreuwiesen halten einzelne Friedhöfe außerhalb Hamburgs vor. Verstreut wird dort auf gepflegtem Rasen, meist ohne Namen, gelegentlich mit einer Sammelstele. Wer einen persönlichen Ort im Ausland möchte, ist in der Schweiz oder den Niederlanden freier; Überführung und Papiere übernehmen wir.
Eines sollten Sie vorher in der Familie besprechen: Nach dem Verstreuen gibt es keine Stelle mehr, an die man Blumen legen kann. Für manche ist genau das eine Erleichterung, anderen fehlt der Ort nach einigen Monaten. Ein Mittelweg ist möglich – ein Teil der Asche wird verstreut, ein Teil regulär beigesetzt.
Gemeinschaftsfeld
Anonyme Bestattung
Die Urne kommt auf ein Gemeinschaftsfeld, ohne Kennzeichnung und ohne dass die Stelle mitgeteilt wird. Kein Stein, keine Platte, kein Name; gepflegt wird die Fläche vom Friedhof. Den Termin legt der Friedhof fest, Angehörige sind meist nicht dabei.
Die Gründe sind fast immer praktisch: Niemand soll mit der Grabpflege belastet werden, die Familie wohnt weit weg, oder die Kosten sollen so niedrig wie möglich bleiben. Häufig ist es ein Wunsch, der zu Lebzeiten ausgesprochen wurde. Es ist zugleich die günstigste Form.
Halbanonym – der Mittelweg
Auf diese Möglichkeit weisen wir ausdrücklich hin, weil viele Familien sie nicht kennen: Bei der halbanonymen Beisetzung liegt die Urne ebenfalls auf einem pflegefreien Gemeinschaftsfeld, der Name steht aber auf einer gemeinsamen Stele oder einer kleinen Platte. Der Aufpreis ist gering, und es gibt einen Ort, an den man gehen kann. Dasselbe erreichen Sie mit einem Rasengrab mit Namensplatte.
Und noch etwas ist wichtig: Anonym bedeutet nicht ohne Abschied. Sie können bei uns in Ruhe Abschied nehmen und eine Lebensfeier halten. Nur bei der Beisetzung selbst sind in der Regel keine Angehörigen dabei.
Wir sind da
Sprechen Sie mit uns darüber
Schon am Telefon lässt sich klären, welche Formen für Sie überhaupt in Frage kommen. Alles Weitere besprechen wir dann in Ruhe bei einem Termin.
Häufige Fragen
Das fragen Angehörige oft
Welche Bestattungsart ist die günstigste?
In der Regel die anonyme oder halbanonyme Urnenbeisetzung, weil Grabstelle, Grabmal und Pflege entfallen. Danach folgen Seebestattung und Waldbestattung. Am teuersten ist meist die Erdbestattung, weil Sarg, Grabstelle und Grabmal zusammenkommen.
Muss es immer ein Sarg sein?
Ja, daran führt kein Weg vorbei: Auch wer eingeäschert wird, wird zuvor in einem Sarg aufgebahrt und darin ins Krematorium überführt. Erst danach kommt die Asche in die Urne. Ein schlichter Kiefernsarg genügt dafür, wenn Sie das möchten.
Wie lange habe ich Zeit, mich zu entscheiden?
Für die Bestattungsart selbst ist meist etwas Zeit. In Hamburg muss ein verstorbener Mensch aber innerhalb bestimmter Fristen bestattet werden. Rufen Sie uns einfach an – wir sagen Ihnen, was jetzt entschieden werden muss und was noch warten kann.
Ist eine Trauerfeier bei jeder Bestattungsart möglich?
Ja. Auch bei einer Seebestattung, einer Waldbestattung oder einer anonymen Beisetzung können Sie vorher in Ruhe Abschied nehmen und eine Lebensfeier halten. Nur der Ort und der Zeitpunkt unterscheiden sich.
